Reims & Rethel 2025 – Begegnung und Frieden

Die 42 Schülerinnen und Schüler unserer Geschichtsleistungskurse 2024-2026 in der Kathedrale in Reims vor ihrer Ausstellung „Eine unvorstellbare Sehnsucht nach Frieden – Un désir de paix inimaginable“.


Vom 5. bis 10. Oktober 2025 reisten wir – die Geschichtsleistungskurse der St.-Johannis-Schule Bremen – nach Reims und Rethel, um unsere Ausstellung „Eine unvorstellbare Sehnsucht nach Frieden – Un désir de paix inimaginable“ in Frankreich zu präsentieren.

 

Am Montag, dem 6. Oktober, stellten wir unsere Ausstellung zunächst am Lycée de la Salle in Reims vor. Dort kamen wir mit französischen Oberstufenschülerinnen und -schülern ins Gespräch über Geschichte, Frieden und gemeinsame europäische Verantwortung. Besonders bewegend war, dass die französischen Schülerinnen und Schüler eigene Texte und Gedanken zum Frieden verfassten und mit uns teilten.

Am späten Vormittag wurde unsere Ausstellung in der Kathedrale von Reims im Rahmen einer Friedensandacht mit dem Erzbischof feierlich eröffnet – ein unvergesslicher Moment an einem Ort, der wie kein anderer für Versöhnung und die Hoffnung auf Frieden steht.

 

Am Dienstag, dem 7. Oktober, besuchten wir das Collège Vallière in Rethel. Wir präsentierten dort unsere Arbeit jüngeren französischen Klassen und wurden von der ganzen Schulgemeinschaft herzlich empfangen. Die Schule hatte kleine Fotospiele zum historischen und heutigen Rethel vorbereitet, die deutsche und französische Schülerinnen und Schüler in gemischten Kleingruppen zusammenbrachten – eine spielerische und zugleich bewegende Form des Austauschs.

Auf der Rückfahrt nach Reims besuchten wir die deutsche Kriegsgräberstätte in Asfeld des Volksbundes, wo wir eine Schweigeminute einlegten und aller Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft gedachten.

Anschließend hielten wir noch am französischen Gedenkort in Berry-au-Bac, der an die Schlachten des Ersten Weltkriegs erinnert – ein eindrucksvoller Ort, an dem das gemeinsame Erinnern greifbar wurde.

 

Am Mittwoch fuhren wir nach Paris, wo wir das Grabmal des unbekannten Soldaten unter dem Arc de Triomphebesuchten und dort einen eindrucksvollen Tag verbrachten. Der Ort, an dem täglich die Flamme der Erinnerungentzündet wird, machte uns die Bedeutung des Gedenkens eindrücklich bewusst.

 

Am Donnerstag begaben wir uns auf eine historische Stadtführung durch Reims mit dem Schwerpunkt Zweiter Weltkrieg. Besonders beeindruckten uns das imposante Mahnmal für die Résistance und das heutige Lycée Franklin Roosevelt, in dem am 7. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation Deutschlands unterzeichnet wurde.

 

So wurde aus unserem historischen Forschungsprojekt eine lebendige Begegnung zwischen jungen Menschen aus Deutschland und Frankreich – getragen von Offenheit, Herzlichkeit und der gemeinsamen Sehnsucht nach Frieden.

 

 


 

 

 

Lycée de la Salle und Kathedrale von Reims

Am Montagmorgen, den 6. Oktober, um 8:15 Uhr begann unser Tag mit der Busfahrt von unserer Unterkunft zum Lycée de la Salle in Reims. Schon im Bus war die Stimmung gespannt und voller Vorfreude, schließlich stand uns ein besonderer Tag bevor. Vor Ort wurden wir herzlich vom Oberstufenkoordinator M. Héry unserer Erasmus+-Partnerschule empfangen. Mit unserer Ausstellung im Gepäck betraten wir das Schulgebäude, wo uns die französischen Schüler bereits erwarteten. Im Hörsaal nahmen wir zwischen ihnen Platz, was sofort für eine offene und freundliche Atmosphäre sorgte. Nach einigen ersten Gesprächen hielt der französische Schulleiter M. Tilly eine Willkommensrede, in der er die Bedeutung des deutsch-französischen Austauschs hervorhob. Anschließend stellten unser Schulleiter Herr Dönch und unsere Lehrkräfte, Herr Rosteck und Herr Rothe, unsere Ausstellung über die Feldpostbriefe von Paul Lefmann vor, ein Projekt, das die Erlebnisse eines Soldaten im Ersten Weltkrieg dokumentiert und uns an die Bedeutung von Frieden und Verständigung erinnert. Im Anschluss hatten die französischen Schüler Zeit, die Ausstellung zu betrachten und Fragen zu stellen. Mit großer Neugier und Interesse kamen wir ins Gespräch, tauschten Gedanken aus und erfuhren dabei viel über die Sichtweise unserer französischen Partner. So entstand schnell ein Austausch, der weit über das Thema der Ausstellung hinausging.

Nach etwa zwei Stunden machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Gottesdienst in der Kathedrale von Reims, den der Erzbischof eigens für diesen Anlass vorbereitet hatte. Unter dem Motto unserer Kursfahrt „Die deutsch-französische Freundschaft stärken und ihrer historischen Bedeutung gedenken“ wurde unsere Ausstellung feierlich eröffnet. Besonders schön war, dass sowohl französische als auch deutsche Schüler an der Andacht mitwirkten und so ein gemeinsames Zeichen der Verbundenheit setzten. Gegen Mittag aßen wir zusammen mit den französischen Schülern in der Schulmensa. Bei dem Mittagessen bekamen wir einen kleinen Einblick in die französische Esskultur und natürlich blieb auch hier genug Zeit zum Kontakteknüpfen. Am Nachmittag durften wir Reims erkunden. In kleinen Gruppen schlenderten wir durch die Straßen, bewunderten die beeindruckende Kathedrale, entdeckten gemütliche Cafés und genossen die Gemeinschaft. So ging ein ereignisreicher Tag zu Ende, der uns allen in Erinnerung bleiben wird, ein Tag voller Begegnungen, spannender Gespräche und neuer Freundschaften.

Bonny Minne und Emma-Lilja Mönnich (12. Jg.)


Vorstellung der Ausstellung in der Aula des Lycée de la Salle

Friedensandacht in der Kathedrale zu Reims mit dem Erzbischof Eric de Moulins-Beaufort


Collège Vallière in Rethel

Begegnung im Collège Vallière in Rethel

Wir danken Frau Fabienne Pokora und Herrn Thibaut Triqueneaux von der Académie de Reims herzlich für ihre engagierte Vermittlung.
Durch ihre Unterstützung konnte der Kontakt zum Collège Vallière angebahnt werden, der unsere deutsch-französische Zusammenarbeit auf besondere Weise bereichert.


Asfeld und Berry-au-Bac – Orte des Gedenkens

Asfeld, Kriegsgräberstätte des Volksbunds


Paris

Denkmal des Unbekannten Soldaten am Arc de Triomphe in Paris


Reims

Das Denkmal für die Résistance in Reims


Vor dem Lycée Franklin Roosevelt, hier wurde am 7. (!) Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation Deutschlands unterzeichnet.